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N 51° 25' 38.74" / E 6° 50' 37.16"
Höhe = 45 Meter / Obs.-Code = 628

©1998 TSO

Besucherzaehler

Besucher seit dem 6.1.2021


Unsere Sternwarte

2000

Januar

Nach intensiven Überlegungen und teilweise sehr langen Gesprächen mit verschiedenen anderen Amateurastronomen waren Mitte des Monats alle Konstruktionsunterlagen für das Achskreuz unserer Selbstbaumontierung fertig. Es sollte eine deutsche Montierung mit 60mm-Achsen werden. Um die Kosten für den Antrieb möglichst gering zu halten, sollte die komplette Steuereinheit samt Schnecken und Schneckenrädern von einer Losmandy G-11 übernommen werden. Dank guter Beziehungen zu einer Dreherei begannen die eigentlichen Bauarbeiten bereits in der zweiten Monatshälfte.

April

Anfang des Monats war es dann endlich so weit, die neue Montierung konnte auf die Säule gesetzt werden. Adapter zur Montage des Tubus waren zwischenzeitlich auch gefertigt worden, so dass unser verbessertes Instrument (zu diesem Zeitpunkt zwar noch ohne Motorantrieb) am Abend zum ersten Mal komplett vor uns stand.

TSO - Einzelteile eines Achsgehäuses
Einzelteile eines Achsgehäuses
TSO - Montierung ohne Teleskop
Montierung ohne Teleskop
TSO - Andreas neben der fertig aufgebauten Montierung
Andreas Böker neben der fertig aufgebauten Montierung

Bereits die Einzelteile der Montierung - hier ein zerlegtes Achsgehäuse - lassen erahnen, dass diese Konstruktion nicht für den mobilen Einsatz geplant wurde. Mit ca. 90kg alleine für das Achskreuz ist sie dafür aber auch fast komplett unempfindlich gegenüber Windböen. Die untere Abbildung zeigt die umgebaute Außenanlage mit aufgesetztem Teleskop, zu diesem Zeitpunkt fehlten an der Montierung allerdings noch die Antriebseinheiten.

In den folgenden Tagen wurden noch die erforderlichen Bauteile für die Schneckenhalterung hergestellt, so dass die Montierung gegen Ende des Monats vollkommen betriebsbereit war. Erste Tests am Himmel zeigten eine sehr deutliche Verbesserung gegenüber der alten Montierung. Wind hatte keinen sichtbaren Einfluß mehr auf die Beobachtung und selbst wann man einen Meter vom Teleskop herumhüpft schwingt die Montierung nur etwas mehr als 3" aus der ursprünglichen Lage aus - wobei diese Schwingungen bereits nach weniger als einer Sekunde abgeklungen sind...

Mai

Am 6.5. präsentiert sich das TSO mit einem Stand auf der 16. essener Astromesse ATT. Als Teil des Vortragsprogramms berichtet unser Mitglied Axel Martin über unsere Vorgehensweise bei der Astrometrie von Kleinplaneten.

Zusammen mit dem befreundeten Amateurastronomen Jörg Zborowska aus Kerpen begeben sich die drei Mitglieder des TSO Andreas Böker, Karolin Kleemann-Böker und Axel Martin auf ihren fünften Astro-Urlaub nach Nambia. Während des vierwöchigen Rundreise sollen neben zahlreichen landschaftlichen Höhepunkten des Landes u.a. auch alle vier zur damaligen Zeit aktiven "Astro-Gästefarmen" besucht werden. Nach kurzem Aufenthalt auf der "Cuno Hoffmeister Gedächtnissternwarte" in der Nähe von Windhoek geht es über den Waterberg, den Hoba Meteoriten, die Etosha Pfanne und Swakopmund zunächst zur Gästefarm "Okumitundu". Von Hier aus führt der Weg über die Farmen "Tivoli" und "Hakos" zu der bereits auf den früheren Urlauben bekannten Gästefarm "Niedersachsen". Gegen Ende der Reise wird noch einmal die "Cuno Hoffmeister Gedächtnissternwarte" besucht, wo Axel Martin einen Vortrag zur "Beobachtung von Kleinplaneten" hält.

Einige der hierbei auf chemischem Film entstandenen Astrofotos können Sie sich auf unserer Seite Astrofotografie in Namibia ansehen. Weitere Bilder von dieser und anderen Namibia-Reisen finden Sie auf der TSO - Reisefotografie Seite in dem Album "Namibia - 1996 bis 2001".

Juni

Bereits während des Montierungsbaus hatten wir uns mit der Suche nach einer neuen CCD-Kamera beschäftigt. Nachdem wir uns über die verschiedenen infragekommenden Modelle informiert hatten, war unsere Wahl bereits im Mai nach ausgiebiger Diskussion auf eine ST-9E der Firma SBIG gefallen. Aufgrund der in Europa sehr langen Lieferzeiten entschlossen wir uns auch dieses Mal für eine direkte Bestellung in den USA.

TSO - 10"er auf Montierung
Das 10"-SCT auf der neuen Montierung
TSO - ST-9E am Teleskop
Die ST-9E am Teleskop
TSO - Verkabelung der ST-9E
Die Verkabelung der ST-9E incl. der Schläuche für die Wasserkühlung
TSO - Gesamtansicht im Juli 2000
Gesamtansicht der Sternwarte im Juli 2000

Der fertig ausgestattete 10"er mit allen angeschlossenen Zusatzgeräten. Auf dem rechten oberen Bild erkennt man die fest montierte ST-9E CCD-Kamera mit der angeschlossenen zusätzlichen Wasserkühlung. Um Stolperquellen so gering wie möglich zu halten, wurden alle Kabel und Schläuche fest an der Säule verlegt. Das Bild rechts unten zeigt die nunmehr hoffentlich endgültige Ausbaustufe unserer Sternwarte.

Nachdem die Kamera Mitte Juni geliefert worden war, nutzten wir die folgenden Wochen um die an dieser Kamera optionale Wasserkühlung zu installieren und auch sonst ein wenig Ordnung in den inzwischen stark angewachsen "Kabelsalat" am Teleskop zu bringen.

Am 17. und 18.6. nehmen wir an der 3. Kleinplanetentagung der VdS-Fachgruppe "Kleine Planeten" an der Walter-Hohmann-Sternwarte in Essen teil.

Juli

Erste Tests "am Kleinplaneten" übertrafen sogar noch die Erwartungen die wir in die neue Kamera gesetzt hatten. Nach einer Belichtungszeit von fünf Minuten war noch eine Grenzgröße von schwächer als 19mag auf den Bildern zu erahnen, Sterne mit 18,5mag wurden noch so deutlich abgebildet, dass man sie zur Vermessung hätte heranziehen können!

TSO - Grenzgrößenbestimmung - ST-9E
Grenzgrößenbestimmung mit der ST-9E - 300s

Obwohl die Sternscheibchen auf den ersten Aufnahmen wegen der noch nicht optimalen Nachführparameter noch alles andere als punktförmig waren, fiel die Bestimmung der mit der neuen Kamera erreichbaren Grenzhelligkeit sehr zu unserer Zufriedenheit aus. Bei Belichtungszeiten von fünf Minuten waren an diesem Abend, trotz leicht störendem Mond, noch Sterne von fast 19,3mag andeutungsweise zu erkennen und sternförmige Objekte mit 18,5mag konnten noch zur astrometrischen Auswertung herangezogen werden. Die markierten Helligkeiten sind die aus dem USNO-A2.0 entnommenen Rothelligkeiten, das grün markierte Objekt ist der Kleinplanet 2000 JK1.

Jetzt wo der 10"er endlich so lief, wie wir es uns bereits seit langen vorgestellt hatten, konnten wir uns wieder Gedanken über die Verbesserung des C-8 machen. Uns war klar, dass wir bei den räumlichen Gegebenheiten in unserer Schutzhütte mehr Grenzgröße nur über eine empfindlichere CCD-Kamera erzielen konnten. Als uns zu diesem Zeitpunkt dann auch noch eine gebrauchte ST-6 von SBIG angeboten wurde, griffen wir ohne großes Zögern zu.

Am Morgen des 28. Juli war die Überraschung groß, als wir in der Auflistung der neuen Namengebungen von Asteroiden durch das Minor Planet Center (MPC) beim bisherigen Kleinplaneten (12053) 1997 PK2 den Namen "Turtlestar" entdeckten! Was war geschehen? 1997 PK2 war am 9. August 1997 vom Kleinplaneten-Team der Starkenburg Sternwarte in Heppenheim entdeckt worden. Ein Beobachtungsaufruf auf der NAA-Mailliste veranlaßte damals auch uns, dieses Objekt einmal zu vermessen.

Wie sich im Nachhinein herausstellte, konnten wir den Kleinplaneten einige Wochen länger beobachten als die Heppenheimer, da er von ihrer Sternwarte aus bereits hinter einem Bergrücken verschwunden war. Dank unserer Beobachtungen war der Bahnbogen nun jedoch so lang, dass 1997 PK2 auch bei seiner nächsten Opposition wiedergefunden werden konnte.

Durch Recherche in den alten Plattenarchiven des P.O.S.S. fanden sich zudem noch weitere Positionen dieses Objektes aus den Jahren 1954 und 1990, so dass die Numerierung und Benennung von 1997 PK2 eigentlich nur noch eine Frage der Zeit war. dass dieser Kleinplanet nun ausgerechnet nach unserer Sternwarte benannt wurde, freut uns und wir möchten den Sternfreunden aus Heppenheim auch an dieser Stelle dafür noch einmal danken. Hier noch die Namensbegründung die beim MPC veröffentlicht wurde:

(12053) Turtlestar = 1997 PK2

Discovered 1997 Aug. 9 at the Starkenburg Observatory, Heppenheim.

The Turtle Star Observatory, located in Mülheim/Ruhr, Germany, contributed follow-up observations for this object. This private observatory was built in 1995 by A. Boeker, K. Kleemann-Boeker, A. Martin and M. Tator and is named for a neighbor's turtle, which observed the construction with apparent great interest.

Am 29.7. stellen wir unsere Sternwarte und unsere Vorgehensweise bei der Astrometrie von Kleinplaneten in einem Vortrag auf dem 2. Teleskoptreffen am Niederrhein in Hinsbeck bei Nettetal vor.

August

Die erwartete Leistungssteigerung durch die ST-6 gegenüber der bisherigen Starlight-Kamera wurde durch erste Testaufnahmen bestätigt. Nach einer Belichtungszeit von fünf Minuten war noch eine Grenzgröße von schwächer als 18mag auf den Bildern zu erahnen, Sterne mit 17,5mag wurden noch so deutlich abgebildet, dass man sie zur Vermessung hätte heranziehen können. Für ein C-8 unter Großstadtbedingungen ein sicherlich beachtliches Ergebnis!

TSO - ST-6 am C-8
Die ST-6 am C-8
TSO - Grenzgrößenbestimmung - ST-6
Grenzgrößenbestimmung der ST-6 - 300s

Die linke Abbildung zeigt die am C-8 angeschlossene ST-6. Die Nachführung erfolgt nach wie vor mittels ST-4 am OffAxis-Guider. Bei Belichtungszeiten von fünf Minuten sind an einem durchschnittlichen mondlosen Abend noch Sterne von fast 18,5mag andeutungsweise zu erkennen und sternförmige Objekte mit 17,5mag konnten noch zur astrometrischen Auswertung herangezogen werden. Die markierten Helligkeiten sind die aus dem USNO-A2.0 entnommenen Rothelligkeiten, das grün markierte Objekt ist der Kleinplanet 2000 MC.

November

Am 4.11. besuchen die TSO-Mitglieder die 19. "Bochumer Herbsttagung" (BoHeTa) an der Ruhr-Universität in Bochum.

Am 25.11. präsentiert sich das TSO zusammen mit unseren Freunden Ilonka und Cyril Rohacek (der "TSO-Außenstelle Nord") mit einem Stand auf dem 5. "Hattinger Astronomische Trödel-Tag" (HATT).

TSO - Der Stand des TSO auf dem 5. HATT
Der Stand des TSO auf dem 5. HATT
Der Stand des TSO auf dem 5. HATT.

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