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Unsere Sternwarte

2021

Januar

Ein unerwartetes Aufklaren am Abend des 8. Januar kann zur Verbesserung der Polausrichtung unserer neuen Montierung genutzt werden. Nach Erstellung eines schnellen 3-Sterne-Pointingmodells ist ihre Positioniergenauigekeit damit bereits so gut, dass verschiedene, über den ganzen Himmel verteilte Testobjekte immer im inneren Bereich des CCD-Bildfeldes eingestellt werden. Leider verhindern aufziehende Wolken in Kombination mit Kommunikationsproblemen zwischen Fokussier- und Kamerasoftware aber weiterhin das Anlernen der automatischen Fokussierung.

Da wir aber die sehr gute Fokusstabilität unseres Teleskops kennen, widmen wir uns zwei Abende später zunächst erst einmal der Nachführung: Selbst ohne aktive Nachführkontrolle produziert die Montierung im 1-Achsen-Nachführmodus bei 60 Sekunden Belichtungszeit bereits so runde Sternabbildungen, wie unsere alte Montierung es nur mit aktiver Korrektur geschafft hat! Nach dem Anlernen der Nachführkamera werden diese sogar noch einmal etwas kleiner. Mal schauen, was passiert, wenn wir in den nächsten Wochen ein auf deutlich mehr Sternen basierendes Pointingmodell erstellen... Vielleicht sind dann im 2-Achsen-Nachführmodus auch deutlich längere Belichtungszeiten ohne aktive Nachführkontrolle möglich?

Am Abend des 12. Januar erweitern wir zunächst das Pointingmodell auf 18 Sterne. Die Anfahrgenauigkeit verbessert sich hierdurch auf deutlich unter 5". Ein Kleinplanet wird sogar so genau angefahren, dass wir ihn under dem von der Aufnahmesoftware eingeblendeten Fadenkreuz zunächst gar nicht erkennen können. Er wird erst nach einigen Minuten sichtbar, als er sich aufgrund seiner Eigenbewegung unter den Sternen von der mit der Montierung angefahrenen Position entfernt hat.

Direkt im Anschluss testen wir noch die Genauigkeit des 2-Achsen-Nachführmodus. Hierzu lassen wir während einer für die Photometrie vorgesehenen Belichtungsserie des Kleinplaneten (593) Titania die integrierte Nachführkamera Bilder mit 1s Belichtungszeit aufnehmen. Anders als sonst, werden die ermittelten Abweichungen jedoch nicht an die Montierung zurück übermittelt, sondern nur die Position des Leitsterns auf dem Nachführchip protokolliert. Das Ergebnis sind sogar noch minimal "rundere" Sterne, als bei der aktiv kontrollierten Nachführung!

TSO - Genauigkeit des 2-Achsen-Nachführmodus
Die gemessenen Positionen des Nachführsterns relativ zur seiner Sollposition während eines Zeitintervalls von 5 Minuten. Die Belichtungszeit der Nachführkamera lag bei 1 Sekunde.
TSO - Genauigkeit des 2-Achsen-Nachführmodus
Die gemessenen Positionen des Nachführsterns relativ zur seiner Sollposition während eines Zeitintervalls von 5 Minuten - aufgetrennt nach Rektraszension und Deklination. Die Belichtungszeit der Nachführkamera lag bei 1 Sekunde.
TSO - Genauigkeit des 2-Achsen-Nachführmodus
Das Bild zeigt eine 200%ige Ausschnittvergrößerung einer 120s-Belichtung ohne Nachführkontrolle. Der mittlere Durchmesser der Sternscheibchen liegt bei ca. 2,7", was dem am Turtle Star Observatory üblichen Seeing entspricht. Die "Rundheit" der Sterne weicht bei dieser Belichtungszeit nur um ca. 7% vom Ideal ab.

Die Genauigkeit des 2-Achsen-Nachführmodus der 10 Micron GM 2000 HPS II.

Mai

Nachdem unsere alte Montierung nun fast 6 Monate lang sowohl auf Astronomie.de als auch auf EBAY-Kleinanzeigen annonciert war, hat sich diesen Monat nun endlich ein ernsthafter Interessent gemeldet. Nach fast 18 Jahren Einsatz an unserer Sternwarte, wird sie in Zukunft ihren Dienst bei einem Sternfreund in Möchengladbach verrichten.

Anfang des Monats mussten wir leider feststellen, dass unser Telekoptubus bei sehr südlichen Deklinationen nach dem Meridian-Umschlag mit dem Technikschrank in der Kuppel kollidieren kann. Nach Verschiebung des Laufgewichtes kann der Tubus aber einfach relativ zur Montierung ca. 6 cm weiter "nach vorne" geschoben werden, so dass er in Zukunft problemlos am Technikschrank vorbei kommt. Noch am selben Abend wird ein neues Pointingmodell erstellt, wodurch die Montierung dann auch wieder voll einsatzbereit ist.

Am 29. Mai nehmen die Mitglieder des TSO an der Corona-bedingt leider nur digital stattfindenen 23. Kleinplanetentagung der VdS teil.

Juni

Nur durch wenige Wolken gestört, können wir am 10. Juni die partielle Sonnenfinsternis verfolgen. Vom normalen Fotostativ aus werden Aufnahmen mit einem Teleobjektiv gemacht. Weil die Fokussierung nur indirekt über das Display der Kamera erfolgt, verwenden wir eine doppellagige Rettungdecke als provisorischen Objektiv-Sonnenfilter.

TSO - Unser Fotoaufbau: Das Teleobjektiv auf Fotostativ
Unser Fotoaufbau: Das Teleobjektiv auf Fotostativ
TSO - Sonnenfilter aus zwei Lagen Rettungsdecke
Sonnenfilter aus zwei Lagen Rettungsdecke
TSO - Fokussiert wird über das Klappdisplay
Fokussiert wird über das Klappdisplay
TSO - Die partielle Sonnenfinsternis gegen 12:00 Uhr MESZ
Die partielle Sonnenfinsternis gegen 12:00 Uhr MESZ

Während der Beobachtung der partiellen Sonnenfinsternis vom 10. Juni 2021.


Animation der partiellen Sonnenfinsternis vom 10. Juni 2021.

Bedingt durch die bei azimutaler Aufstellung entstehende Bildfelddrehung wandert der Mond nicht geradlinig, sodern scheinbar entlang eines Kreisbogens über die Sonnenscheibe.

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